Bilder aus altglas

Die meisten Fotografie-Interessierten haben wahrscheinlich schon mal davon gehört:
Alte Objektive können an digitalen Systemkameras verwendet werden. Und das gängige Vorurteil hierzu lautet: „Das ist ja etwas für alte Säcke, die sich über unscharfe und blasse Fotos freuen“.

„Alte Objektive“ ist dabei ein weit dehnbarer Begriff. Damit nicht gemeint sind die Anfänge des Objektivbaus in der Mitte des 19.Jahrhunderts mit lichtschwachen Gläsern und somit langen Belichtungszeiten, sondern vielmehr die hervorragenden Objektive, welche die optische Industrie nach dem 2.Weltkrieg in beiden Teilen Deutschland produzierte. Die Ortsnamen Jena, Görlitz, Ulm, München, Wetzlar oder Kreuznach standen für weltberühmte Marken wie etwa Carl Zeiss, Leitz oder Meyer-Optik. Diese Firmen benutzten qualitativ hochwertiges Glas, das äußerst akribisch geschliffen und nach geschützten Patenten für die einzelnen Linsen verwendet wurde.

Mit dem Beginn der Globalisierung wanderten viele Patente nach Fernost, und die deutschen Manufakturen konnten danach kaum noch Objektive entwickeln, die preislich konkurrenzfähig waren.
Aus der Zeit davor aber sind die unterschiedlichsten Objektive in meist hervorragender Qualität erhalten; und zwar in einer so großen Anzahl, dass diese äußerst günstig zu erwerben sind und nur ein Bruchteil der heutigen Neuware kosten.

Analoges Objektiv an Digitalkamera?

Nun gab es auch damals schon sehr viele verschiedene Bajonett- und Schraubverschlüsse, mit denen Objektive an Kameras fixiert wurden. Und die heutigen Digitalkameras haben zudem über ein Dutzend unterschiedliche Anschlüsse.
Aber für fast jede Kombination gibt es mittlerweile ein Adapter, der einfach zwischen Objektiv und Kamera gesetzt wird. Ob alte Minolta-Objektive an Sony-Kameras oder Leica-Schätze an Fuji: In den allermeisten Fällen ermöglicht dieser Adapterring, die alten, analogen Gläser weiterhin zu benutzen.

Und weil viele dieser Objektive kaum mehr als 100€ kosten, lässt sich für sehr wenig Geld eine hervorragende Fotoausrüstung zusammenstellen, die sich dann an der Kamera am besten mit dem Modus „Zeitautomatik“ (A) oder mit „manueller Belichtung (M)“ nutzen lässt. Zusammen mit dem Umstand, dass manuell fokussiert wird, führt dies zu einer entschleunigten Art der Fotografie, die übrigens auch Jugendliche gerade neu entdecken.

Handschmeichler und Bokehwunder

Viele dieser Gläser sind echte „Handschmeichler“: Sowohl Fokus- als auch Blendenring laufen äußerst geschmeidig; und der bewusste Einsatz verschiedener Brennweiten und Blenden erhöht schlagartig die fotografische Kreativität.

Die Qualität der Ablichtungen ist meistens den modernen Objektiven ebenbürtig; das Bokeh und die Farbdarstellung sind manchmal sogar weit überlegen.

In jedem Fall lohnt sich also der Einstieg in die Welt der „alten“ Objektive.
Mit einer kurzen Internetrecherche erhält man rasch Hinweise, Tipps und Links zu Marken und Preisen. Bei vielen Anbietern hat man Rückgaberecht, so dass ein Versuch absolut risikofrei bleibt.

Viele Bilder des Foto-Forum Mittenwald sind mit solchen analogen Objektiven aufgenommen worden – selbst großformatige Ausdrucke mit exzellenter Schärfe und natürlichen Farben lassen nicht vermuten, dass als Optik dabei jahrzehntealtes „Altglas“ zum Einsatz kam.

Zu unterschiedlichen Brennweiten sind hier exemplarisch einige Fotos inklusive Kurzporträts dieser Objektive ausgestellt.

Zu den Bildern der Ausstellung geht es hier!

Venedig im November

Ein ganz spezielles Erlebnis ist eine Reise nach Venedig im Spätherbst, wenn dort für nach dem sommerlichen Touristentrubel endlich wieder Ruhe einkehrt.

Keine Warteschlangen. Leere Gassen. Acqua alta.

Vor dem Dogenpalast dümpeln die winterfest gemachten Gondeln.

Entlang der nächtlichen Kanäle Stille statt lärmende Touristen.

Wärmender morgendlicher Sonnenschein nach einer kalten Nacht.
Oder eben dichter Nebel, der Häuser und Boote nach wenigen Metern verschwinden lässt.

Zu keiner anderen Jahreszeit lässt sich die morbide Melancholie Venedigs, wie sie vortrefflich in Viscontis Film TOD IN VENEDIG dargestellt wird, intensiver erleben.

Zwölf Drucke auf edlem Baryta-Papier, die an der Natursteinwand unseres Ladenlokals installiert sind, sowie einige Leinwandbilder können vielleicht einen Eindruck vermitteln, welch ergreifende Stimmung diese einzigartige Stadt im November bereithält.
Hier eine kleine Auswahl - mehr gibt es im Ladenlokal zu sehen.

Zur Zeit im Mini-Kino in der Eingangstür zur Galerie:

Bilderrahmen aus Altholz selber herstellen

Sie haben sich vielleicht gefragt, woher wir die Bilderrahmen aus Altholz haben?
Die Antwort liefert ein Klick auf nebenstehendes Bild….